rechtssicher dank Greyhound?

  • Hallo!


    Ich sitze gerade vor meinen Notizen vom Community-Day, da mein Chef mich um ein Protokoll bat. Unter anderem rekapituliere ich den Vortrag von Florian Decker von der Kanzlei Res Media aus Mainz.


    Im Rahmen seines Vortrags erläuterte er unter anderem die Problematik des Datenschutzes bei privat genutzten Firmen-Email-Adressen. Denn: einerseits darf eine Firma zwar auf den rein geschäftlichen Emailverkehr eines Mitarbeiters zugreifen, andererseits muss sich eine Firma an die Datenschutzstandards halten. Benutzt ein Mitarbeiter aber nun seine Firmenemailadresse für private Zwecke, so begibt sich eine Firma aufgrund der Vermischung zwischen "privat" und "geschäftlich" in juristisch unsichere Gefilde, sobald sie sich Zugang zu diesem Postfach verschafft. Denn es bestünde in dem Moment ja die Gefahr, dass eben auch die privaten Emails gelesen werden.


    Herr Decker skizzierte auch kurz die bisherige (juristisch halbwegs sichere) Lösung:


    - private Emails verbieten
    - (schriftliche) Vereinbarung mit den Mitarbeitern, private Emails sofort zu löschen


    Er fügte ferner hinzu, dass eine Firma die Vereinbarung ständig kontrollieren und bei Verstoss ggf. auch sanktionieren muss, da sich andernfalls eine Art "Duldungsrecht" für den Mitarbeiter ergibt.


    Ich habe mich gefragt, ob man durch die Nutzung des Greyhounds diese Problematik nicht von vorherein umgeht.


    Denn im Greyhound wird ohnehin abteilungsbasiert gedacht und daher (in der Regel) nicht mit privaten Postfächern gearbeitet, sondern mit Filtern und Ansichten auf einen gemeinsamen Email-Pool. Durch die Gestaltung des Greyhound und die Nutzung in der täglichen Praxis muss sich (eigentlich zwingend) jeder Greyhound-Nutzer dessen bewußt sein, dass alle anderen Nutzer durch einen Klick auf den entsprechenden Filter Zugriff auf seine Emails hat.


    Ein Mitarbeiter kann also gar nicht erst den Eindruck gewinnen, seine Mails (bzw. seine Mailadresse) sei privat und in dem Moment entfällt dann doch auch die Grundlage für ein Verstoß gegen das Datenschutzrecht.


    Sehe ich das richtig?


    mfg
    Andreas Finke

  • Meine laienhafte(!) Meinung dazu:
    Es kommt ganz darauf an, wie GH eingesetzt wird. Denn man kann ja durchaus auch private Postfächer einrichten.
    Wenn man darauf aber konsequent verzichtet, dann sollte es für Mitarbeiter logisch sein, keine privaten Mails zu versenden. Wer will denn auch eine private Mail mit einem Absender kundendienst@... verschicken, wo Antworten darauf dann von der ganzen Abteilung gelesen werden. Andererseits denkt vielleicht nicht jeder soweit... :wacko:


    Allerdings bietet GH auch durchaus Möglichkeiten, mit privaten Postfächern und Nachrichten umzugehen. Denkbar wäre z. B. eine Kennzeichnungspflicht "Privat" für entsprechende Nachrichten. Dadurch könnte man sicherstellen, dass in Filtern, Regeln usw. privat gekennzeichnete Nachrichten automatisch ignoriert werden. Die Pflicht zu einer entsprechenden Kennzeichnung ließe sich z. B. durch eine schriftliche Vereinbarung mit jedem Mitarbeiter einfordern.


    Ob das allerdings den gesetzlichen Auflagen zum Datenschutz genügt und insofern Rechtssicherheit bietet, können wohl nur Juristen beurteilen.